Planung

Was ist Planung?

Die Planung dient als bestimmender zentraler Baustein des Führungssystems. Dieser zukunftsbezogene, geistige Prozess der Problemlösung ist durch eine methodische, systematische Vorgehensweise charakterisiert. Er erfolgt zeitlich gesehen immer vor der Realisation. Je nach Interpretation wird entweder der gesamte Willensbildungsprozess inklusive der Entscheidung oder aber ausschließlich die Phase der Entscheidungsvorbereitung als Planung angesehen.
Zu den Hauptaufgaben dieser Managementfunktion zählt die Unterstützung des Managements hinsichtlich der Erreichung vorgegebener Ziele. Die Planung als Hauptfunktion kann in die Zielbestimmungs-, die Steuerungs-, die Koordinations-, die Motivations- und die Informationsfunktion unterteilt werden. Mithilfe dieser Funktionen lässt sich die Stellung des Planungssystems im jeweiligen Unternehmenssystem verdeutlichen. Zudem ist es möglich, Beziehungen zu anderen Teilsystemen zu veranschaulichen.

dreamstime_xs_31854455Der angestrebte Grad der Systemveränderung kann als Abgrenzungskriterium für drei unterschiedliche Planungssubsysteme herangezogen werden. Die strategische Planung bezieht sich immer auf das ganze Unternehmen, die taktische Planung auf Teile oder Bereiche, während die operative Planung noch kleinere organisatorische Einheiten des Unternehmens betrifft.

Da die strategische Planung für das gesamte Unternehmen gilt, obliegt sie der obersten Unternehmensführung. Sie ist meist, wenn auch nicht zwingend, langfristig angelegt. Die ganzheitliche Betrachtung zieht einen hohen Komplexitätsgrad nach sich. Hingegen ist aufgrund der fehlenden Ausrichtung auf kleinere organisatorische Einheiten der Detaillierungsgrad sehr niedrig. Aufgabe der strategischen Planung ist die nachhaltige Unternehmenssicherung und die Gewährleistung des Erreichens von Unternehmenszielen durch die Schaffung von Erfolgspotenzialen. Durch die Ausarbeitung von Unternehmensstrategien werden sowohl wesentliche Parameter für die zukünftige Unternehmensentwicklung gelegt, als auch der Rahmen für die taktische sowie die operative Planung geschaffen. Der sich daraus ergebende grundlegende Charakter führt zu einer geringen Frequenz der Durchführung strategischer Planungstätigkeiten. Indes ist eine einmal eingeschlagene strategische Richtung nicht ohne Weiteres revidierbar. Ist die Ausführung erst in Gang gesetzt, ist eine Abkehr kaum bzw. nur unter hohem Ressourceneinsatz bzw. -verlust möglich.

Aus dem durch die strategische Planung vorgegebenen Bezugsrahmen leitet sich die taktische Planung ab. Diese umfasst gleichfalls das komplette Unternehmen, untergliedert sich jedoch nach den höchsten operativen organisatorischen Einheiten, beispielsweise objektbezogen in Geschäftsbereiche, Tochtergesellschaften oder Zweigwerke. Mithilfe der taktischen Planung werden konkretere operationale Ziele festgelegt, die das ganze Unternehmen und vorliegende Teilbereiche betreffen. Zugleich werden Maßnahmen und Ressourcen für die Zielerreichung bestimmt. Infolge der sachlichen Konkretisierung hat die taktische Planung einen kürzeren Planungshorizont. Die weniger lange Zeitspanne, die inhaltliche Verdeutlichung taktischer Pläne und die Betrachtung von organisatorischen Teilbereichen bilden wichtige Instrumente zur Unsicherheitsbewältigung und Komplexitätsreduktion. Zugleich ist die taktische Planung ein maßgebliches Bindeglied zwischen der strategischen und der operativen Planung.

Die operative Planung hat kurzfristige Objekte zum Gegenstand, die sich aus Transformationsprozessen innerhalb des Unternehmens und Transaktionsprozessen zwischen diesem und seiner Umwelt ergeben. Als detaillierteste und kurzfristigste Planung verfügt sie über den kleinsten Komplexitätsgrad und stellt damit den Kern des gesamten Planungssystems dar. Sie kalkuliert den erfolgreichen Gebrauch von Erfolgspotenzialen und ist somit ablauforientiert. Da das Ausmaß der angestrebten Systemveränderung relativ gering ausfällt, ist ihre Revidierbarkeit sehr hoch. Aus diesem Grund lässt sich die operative Planung auf die untere Führungsebenen delegieren. Wegen des überschaubaren Komplexitätsgrades und der hohen Frequenz operativer Planung kann diese zum Teil auch in programmierter, standardisierter Form erfolgen. Oft beziehen sich operative Pläne nur auf kleinere organisatorische Teilbereiche oder auf bestimmte Funktionen, sodass das Planungsergebnis sich aus zahlreichen Teilplänen zusammensetzen kann. Um ein widerspruchsfreies Planungssystem zu gewährleisten, müssen diese Teilpläne zum einen untereinander und zum anderen auch mit der taktischen sowie der strategischen Planung koordiniert werden.