Managementebenen

Welche typischen Hierarchiestufen gibt es für Führungskräfte?

Als Managementebenen werden die Stufen der betrieblichen Leitungshierarchie bezeichnet. Aus der Anzahl der Managementebenen ergibt sich die Leitungstiefe einer Organisation oder eines Unternehmens. In Bezug auf ihre Stellung in der Unternehmenshierarchie erfolgt eine grobe Unterscheidung in drei Managementebenen: das Top-Management, das Middle-Management und das Lower-Management.

Das Top-Management, welches aus einer oder mehreren Personen bestehen kann, ist die oberste Führungsebene eines Unternehmens. In Abhängigkeit von der jeweiligen Rechtsform wird ein Unternehmen durch den Unternehmer selbst, den Komplementär, den Geschäftsführer oder den Vorstand geleitet. Die oberste Führungsebene beschäftigt sich hauptsächlich mit unternehmerischen Zielsetzungen und dem Entwickeln und Umsetzen der Unternehmensstrategie.

dreamstime_s_19209387

Das Middle-Management ist die mittlere Führungsebene des Unternehmens. Je nach Unternehmensgröße besteht es aus einer oder mehreren Hierarchieebenen. Zum Middle-Management gehören beispielsweise Bereichsleiter, Hauptabteilungsleiter und Abteilungsleiter, also Personen, welche für einen Teilbereich im Unternehmen wie Fertigung, Personalabteilung oder Rechnungswesen verantwortlich zeichnen. In der mittleren Führungsebene erfolgt die Umsetzung von Grundsatzentscheidungen des Top-Managements, indem für den jeweiligen Bereich Entscheidungen getroffen und verwirklicht werden. Hierfür sind die Führungskräfte in der Regel mit Handlungsvollmacht oder Prokura ausgestattet.

Die unterste Führungsebene, das Lower-Management, ist für mit ausführenden Tätigkeiten betraute Mitarbeiter zuständig und unmittelbar verantwortlich für die Effizienz und Qualität des Leistungsprozesses. Zur unteren Managementebene gehören Gruppenleiter, Meister und Büroleiter. Diese setzen Entscheidungen ihrer Vorgesetzten um, indem sie selbst oder ihre Mitarbeiter Betriebsleistungen erbringen.

Auf Middle- und Lower-Management lastet ein doppelter Erwartungsdruck, da sie zum einen die Zielvorgaben ihrer Vorgesetzten umsetzen müssen, andererseits aber auch direkt mit Vorstellungen und Ansprüchen der Mitarbeiter konfrontiert werden. Hier ist bildlich gesehen die Rede von einer „Hammer-Amboss-Situation“.

In jüngster Vergangenheit setzt sich zunehmend die Dezentralisation der Aufgaben und Kompetenzen durch. Dies ist eine Folge der steigenden Qualifikationsansprüche an die Arbeitskräfte, die immer mehr Bereitschaft zeigen, selbst Verantwortung zu übernehmen. Umgesetzt wird die Dezentralisierung im betrieblichen Alltag durch flache Hierarchien, teamorientiertes Arbeiten, offene Kommunikation und eine umfassende kommunikationstechnische Unterstützung. Diese Tendenz bedingt eine Verlagerung der Kommunikationsaufgaben auf operativ tätige Mitarbeiter und daraus resultierend einen Abbau der mittleren Führungsebene zum Lean Management.

Die drei Führungsebenen lassen sich durch unterschiedliche, im Spektrum zwischen den strategischen Entscheidungen und deren Ausführung liegenden Tätigkeitsschwerpunkte näher beschreiben.

Strategischen Entscheidungen zählen zu den wichtigsten Betätigungsfeldern des Top-Managements. Hier werden Entschlüsse über Sachverhalte gefasst, welche die langfristige, strukturelle Entwicklung des Unternehmens bestimmen. Darunter fallen Grundsatzfragen wie Rechtsformwechsel, Fusion, Neuorganisation, Outsourcing von Geschäftsfeldern, Bildung von Unternehmensleitlinien, Koordination großer betrieblicher Teilbereiche, Besetzung der Führungspositionen sowie die Entscheidung über wichtige Einzelvorhaben wie große Projekte oder Großaufträge.

Die mittlere Führungsebene, der dispositive Entscheidungen obliegen, ist, unabhängig von Veränderungen, im Unternehmensalltag mit Einzelentscheidungen gefordert. Die Strategien müssen genauer formuliert und über diverse Aktivitäten, beispielsweise in Projekten, umgesetzt oder entsprechend berücksichtigt werden. Je nach Verantwortungsbereich sind unterschiedlichste Entschlüsse zu fassen, zum Beispiel im Fertigungsbereich über Qualitätssicherung und Termintreue, im Controlling über Berichtsysteme und Softwareeinsatz oder im Finanzbereich über Fremdfinanzierung und Liquidität.

Rasche Innovationszyklen und eine zunehmende Spezialisierung erfordern eine immer stärkere Unterstützung der Führungskräfte durch das Wissen unterschiedlichster Personen im Unternehmen. Die Vermittlung dieses für effiziente Entscheidungen und die Aufgabenbearbeitung notwendigen Wissens ist über hierarchische Anordnungen und starr vorgegebene Berichtswege nur bedingt realisierbar. Hier spielen Teamarbeit, Kooperation, Moderation und Kommunikation über alle Managementebenen hinweg eine wesentliche Rolle.

An die Stelle der Anweisungen treten bei der Mitarbeiterführung häufig Aufgaben- und Zielvereinbarung. In der betrieblichen Praxis sind jedoch nach wie vor bei zahlreichen operativen Aufgaben detaillierte Instruktionen hinsichtlich des Was, Wann und Wer der Aufgabenerfüllung erforderlich. Oft handelt es sich hierbei um Routineentscheidungen oder eine direkte Umsetzung der Vorgaben von Vorgesetzten. In diesem Bereich findet sich das primäre Tätigkeitsfeld des Lower-Managements.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen